Super Mario Land (japanisch スーパーマリオランド, Hepburn: Sūpā Mario Rando) ist ein von Nintendo für den Game Boy entwickeltes Jump-’n’-Run-Videospiel. Die Erstveröffentlichung erfolgte in Japan und den Vereinigten Staaten 1989, sowie in Europa 1990, als einer der Starttitel für den Game Boy. Es ist das erste Spiel der Reihe für den Game Boy, und das vierte Spiel der Reihe überhaupt. Außerdem ist es das erste Super-Mario-Spiel für eine Handheld-Konsole mit austauschbaren Spielmodulen.

Das Ziel des Spiels ist es, die vom Weltraummonster Tatanga entführte Prinzessin Daisy zu retten. Dafür muss der Spieler in der Rolle des titelgebenden Klempners Mario zwölf aufeinanderfolgende Spielabschnitte mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad absolvieren.

Für die Entwicklung von Super Mario Land zeichnete die Nintendo-Abteilung Research & Development 1 verantwortlich. Die Entwicklungsleiter waren Gunpei Yokoi und Satoru Okada, die beiden Hauptingenieure des Game Boy. Die Musik des Spiels stammt von Hirokazu Tanaka. Als erstes Mario-Spiel wurde Land nicht unter der Aufsicht des Seriengründers Shigeru Miyamoto von dessen Nintendo-Abteilung entwickelt.

Super Mario Land wurde überwiegend positiv aufgenommen, was sich in den hohen Verkaufszahlen (die Angaben schwanken zwischen 14,3 und 20 Millionen Stück) und einer 2011 erfolgten Wiederveröffentlichung für die 3DS-Konsole widerspiegelt. 1992 brachte Nintendo den Nachfolger Super Mario Land 2: 6 Golden Coins heraus, auf den die Wario-Land-Reihe folgte.

Hintergrundgeschichte

Im Sarasaland mit seinen Königreichen Birabuto, Muda, Easton und Chai erscheint eines Tages der Außerirdische Tatanga, um die Herrschaft an sich zu reißen. Er hypnotisiert die Bewohner und entführt die Prinzessin des Landes, Daisy. Der italienische Klempner Mario erfährt davon und bricht auf, um Tatanga zu besiegen, Prinzessin Daisy zu retten und den Frieden im Sarasaland wiederherzustellen.

Mario reist dabei durch alle vier Königreiche, wobei sein Weg mit Hindernissen gespickt ist. Verschiedene Gegner wie Speere werfende Bienen, explodierende Schildkröten oder fleischfressende Pflanzen versuchen ihn aufzuhalten. In jedem Königreich muss sich der Protagonist einem mächtigen Bossgegner stellen. Im ersten Königreich Birabuto hat es Mario dabei mit dem löwenähnlichen König Totomesu zu tun, macht sich im zweiten Königreich Muda mit einem U-Boot auf den Weg zu König Dragonzamasu, um auch diesen zu bezwingen, und muss im dritten Königreich Easton König Hiyoihoi überwinden.

Nach dem jeweiligen Besiegen der ersten drei Bossgegner gelangt Mario in einen Raum, worin die vermeintliche Prinzessin Daisy wartet; diese entpuppt sich jedoch die ersten drei Male als gegnerisches Trugbild, und verwandelt sich in ein (jeweils davonspringendes) Wesen aus der Gegnerschar des jeweiligen Königreiches, nämlich in das Fliegenwesen Fly (Birabuto), in den Kraken oder Tintenfisch Gunion (Muda), sowie in das Spinnenwesen Kumo (Easton).

Im vierten Königreich Chai gelangt Mario mit Hilfe eines Flugzeugs zu dem Wächter Biokinton. Schließlich beginnt der Kampf gegen den Bösewicht Tatanga. Nachdem Mario den Außerirdischen besiegt hat, erscheint endlich die echte Prinzessin, und erlangt, begleitet von einem kurzen Dialog, die Freiheit wieder. Im sich anschließenden Abspann sieht man Mario und Daisy ein Raumschiff betreten und durch die Wolken entschwinden, während die Namen der Entwickler eingeblendet werden.

Die Welten sind alten Kulturen nachempfunden. Das erste Königreich Birabuto ist ägyptisch angehaucht, das dritte Königreich Easton erinnert stellenweise an die Osterinsel, während das Königreich Chai in einem chinesisch-asiatischen Stil gehalten ist. Das zweite Königreich Muda, welches in einer Wasserwelt spielt, ist an die Legende des versunkenen Reiches Mu angelehnt.

Spielprinzip

Super Mario Land orientiert sich am ersten Super-Mario-Spiel, Super Mario Bros. (Nintendo Entertainment System, 1985), weist aber zahlreiche Unterschiede auf.

Super Mario Land ist ein zweidimensionales, seitwärts scrollendes Jump-’n’-Run-Spiel. Ziel ist es, zwölf Spielabschnitte, so genannte Level, zu durchqueren, die in vier Welten mit jeweils drei Leveln aufgeteilt sind. Um einen Level zu meistern, muss der Spieler Mario in der vorgegebenen Zeitspanne vom Anfang bis zum Ziel manövrieren, möglichst ohne dabei von Gegnern und deren Geschossen verletzt zu werden oder in einen Abgrund zu fallen. Im dritten und letzten Level jeder Welt muss ein besonders schwieriger Endgegner bezwungen werden.

Zwei Level weichen vom Jump-’n’-Run-Prinzip des Spiels ab und beinhalten Shoot-’em-up-Elemente. Mario steuert dort ein U-Boot beziehungsweise ein Flugzeug, während der Bildausschnitt automatisch von links nach rechts scrollt. Das Gefährt kann frei über den gesamten Bildschirm bewegt werden. Hindernisse wie Gegner und den Weg versperrende Blöcke können mit Geschossen beseitigt werden. Als zusätzliche Schwierigkeit kommt hinzu, dass Mario aufgrund des automatisch scrollenden Bildausschnittes zwischen einem Hindernis und dem Bildschirmrand eingeklemmt werden kann, was ihn ein Leben kostet.

Am Ende jedes Levels, mit Ausnahme des dritten und letzten Levels jeder Welt, befinden sich ein oberer und ein unterer Ausgang. Der obere Ausgang wird dabei durch immer neue Hindernisse Stufe für Stufe schwieriger zu erreichen. Dort erwartet den Spieler ein Bonusspiel, in dem er Extraleben oder ein Power-Up gewinnen kann.

Nachdem das Spiel einmal durchgespielt wurde, steht dem Spieler ein zusätzlicher, schwierigerer Modus zur Verfügung, in dem die Spielstufen mehr Gegner beinhalten. Nachdem der Spieler auch diesen Modus absolviert hat, kann er vom Titelbildschirm aus ein beliebiges Level auswählen und starten.

Gegenstände

In der Spielwelt sind viele nutzbringende Items (Gegenstände) zu finden, die der Spielfigur zusätzliche Kräfte verleihen. So sind über die gesamte Spielwelt Münzen verteilt, für einhundert gesammelte Münzen erhält Mario ein Extraleben. Die anderen Gegenstände sind zunächst in schwebenden Blöcken versteckt. Mario muss von unten gegen einen Block springen, um seinen Inhalt freizugeben. In den meisten Fällen ist dies eine Münze, aber auch andere Gegenstände sind möglich. Der Superpilz verwandelt Mario in den stärkeren Super-Mario. In diesem Zustand verliert er nicht sofort ein Leben, wenn er von einem Gegner getroffen wird, sondern verwandelt sich wieder zum normalen Mario zurück. Im Super-Zustand findet er in Blöcken die Superball-Blume, die ihn in Superball-Mario verwandelt. In diesem Zustand kann er Geschosse werfen, um Gegner zu besiegen. Die Geschosse prallen von Wänden ab und können auch Münzen aufsammeln. Der seltene Stern macht Mario einige Sekunden lang immun gegen gegnerische Angriffe. Ebenfalls befinden sich Herzen in den Blöcken (zum Teil in unsichtbaren), die Mario ein zusätzliches Extraleben gewähren.

Auch in den Shoot-’em-up-Leveln sind diese Gegenstände enthalten, mit Ausnahme der Superball-Blume.

Gegner

Jede Spielstufe ist von verschiedenen Gegnern bevölkert, die Mario bei Berührung oder Beschuss ein Leben kosten. Sie können durch einen Sprung auf den Kopf oder den Beschuss mit Superbällen besiegt werden. Eine Ausnahme ist das Fischskelett Honen, das gegen Superbälle immun ist. In den Shoot-’em-up-Passagen hat Mario eine Bordkanone zur Verfügung, um Gegner zu bekämpfen.

Die Endgegner am Ende jeder Welt können nur durch Superbälle (Welten 1 und 3) oder Geschosse aus der Bordkanone (Welten 2 und 4) besiegt werden. Als alternativen Weg gibt es in den Welten 1–3 einen Schalter, den Mario drücken kann, sobald er es geschafft hat, am Endgegner vorbeizukommen. Wird der Schalter betätigt, gilt der Endgegner als besiegt. Der Spieler erhält dann allerdings keine Punkte für das Besiegen des Endgegners.

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