Super Mario Bros. 3 (auch Super Mario Brothers 3, Super Mario 3 und abgekürzt SMB3 genannt) ist ein zweidimensionales Jump-’n’-Run-Videospiel der japanischen Firma Nintendo. Es erschien am 23. Oktober 1988 in Japan, am 12. Februar 1990 in den USA und am 29. August 1991 in Europa für das Nintendo Entertainment System bzw. den Nintendo Family Computer.

Super Mario Bros. 3 erhielt allgemein gute Kritiken und wird als eines der bisher besten Videospiele bezeichnet. Außerdem hatte es Einfluss auf die Videospielgeschichte. Mit weltweit 17,28 Millionen verkaufter Einheiten gilt es auch als meistverkauftes Videospiel, das nicht als Bundle mit einer Konsole vertrieben wurde.

Viele Neuerungen sind heute noch gebräuchlich, z. B. die Koopalinge.

Spielbeschreibung

    Hintergrundgeschichte

    König Koopas sieben Kinder, die Koopalinge, haben je ein Königreich (im Spiel als Welt bezeichnet) besetzt und den König eines jeden Reichs in ein Tier verwandelt. Insgesamt gibt es acht solcher Welten, die die Pilz-Welt bilden. Die Klempner Mario und Luigi müssen nun die Welten durchqueren und am Ende jeder Welt gegen einen Koopaling kämpfen, um den Zauberstab zurückzuerlangen und den König zurückverwandeln zu können. Außerdem hat König Koopa die Prinzessin der Pilz-Welt, Prinzessin Toadstool, entführt. In der achten Welt muss schließlich gegen ihn gekämpft werden, um die Prinzessin zu retten.

    Spielprinzip

    Super Mario Bros. 3 ist ein zweidimensionales Videospiel vom Genre Jump ’n’ Run, in dem der Spieler seitlich auf die Szenerie blickt. Der Spieler steuert die Spielfigur mit dem NES-Controller. Er muss die einzelnen Level des Spiels absolvieren. Die Spielfigur muss von links nach rechts bis zum jeweiligen Levelende manövriert werden und dabei vielen Hindernissen ausweichen. Dabei scrollt der Bildschirm weiter, wenn die Spielfigur nach rechts oder links läuft. Es gibt Hindernisse in Form von Gegnern oder Abgründen. Bewältigt der Spieler einen Level, fährt er mit dem nächsten fort.

    Die einzelnen Level werden durch eine Weltkarte ausgewählt.

    Zu den Hindernissen zählen Plattformen, Abgründe, Blöcke, Röhren und Gegner. Über die Plattformen kann die Spielfigur springen, sie kann sie aber auch begehen. In die Abgründe im Boden darf sie nicht hineinfallen. Diese müssen ebenfalls übersprungen werden. Die Blöcke, die auch zu den Plattformen zählen, schweben in der Luft und verstecken Items. Springt die Spielfigur von unten gegen einen Block, gibt er seinen Inhalt preis. Darüber hinaus kann Super-Mario Blöcke durchbrechen, indem er gegen sie springt. Es gibt außerdem grüne Röhren, die primär als Plattformen dienen. Aus manchen erscheinen Gegner, andere Röhren hingegen sind für die Spielfigur begehbar und führen sie an andere Stellen des Levels. Hinzu kommen Gegner, die mit der Spielfigur nicht in Berührung kommen dürfen.

    Mario verliert einen Versuch, wenn die Zeit abläuft, er in einen Abgrund fällt oder einen Gegner berührt. Er kann verschiedene Items einsammeln, die ihn stärker und resistenter machen.

    Spielablauf

    Nachdem der Spieler ausgewählt hat, ob er im Ein- oder Zweispielermodus spielen möchte, erscheint die Karte der ersten Welt. Auf dieser sind die Level dieser Welt zu sehen. Dabei sind die ersten Weltkarten einfach, die späteren aber komplizierter aufgebaut und ermöglichen auch nichtlineare Wege. Der Spieler wählt einen Level auf der Karte aus, den er spielen möchte. Hat er den Level absolviert, kann er auf der Karte vorrücken und einen weiteren Level wählen.

    Die eigentlichen Level sind aufgebaut wie in Super Mario Bros. Der Spieler muss die Spielfigur zum Ende des Levels manövrieren und dabei Gegnern und Hindernissen ausweichen. Am Ende des Levels befindet sich ein Kästchen, in dem abwechselnd Karten blinken, die einen Pilz, eine Blume und einen Stern anzeigen. Springt die Spielfigur gegen das Kästchen, erhält er so die jeweilige Karte. Erhält er drei Karten, bekommt er ein Extraleben, bei drei Karten mit dem gleichen Symbol gleich mehrere Extraleben.

    In Super Mario Bros. musste am Ende einer jeden Welt gegen den gleichen Gegner, König Koopa, gekämpft werden. In Super Mario Bros. 3 hingegen findet der Kampf gegen König Koopa erst in der letzten Welt statt. In den vorherigen sieben Welten gilt es, am Ende eines seiner Kinder zu besiegen. Hat der Spieler es zu König Koopa geschafft, bemerkt er, dass dieser nicht so leicht wie in Super Mario Bros. besiegt werden kann. In diesem Kampf speiht König Koopa Feuer und versucht, auf Mario zu springen. Dabei kann er derart ausgetrickst werden, dass er nicht auf Mario, sondern auf den Boden springt und die Bodenplatten durchbricht. Wenn so alle 18 Bodenplatten durchgebrochen sind, fällt König Koopa in ein bodenloses Loch und ist besiegt.

    Anschließend wird ein dunkler Raum eingeblendet, in dem Prinzessin Toadstool in einer Ecke hockt. Sobald die Spielfigur ihn betritt, erhellt er und beide laufen in die Mitte des Raums. Die Prinzessin bedankt sich. In der japanischen Version sagt sie folgendes.

    Items und Gegner

    In Super Mario Bros. 3 tauchen alle Items und Gegner auf, die es auch in Super Mario Bros. gab. Hinzu kommen einige neue Items, viele neue Gegner sowie Variationen bereits bekannter Gegner. So gibt es in Super Mario Bros. Koopa Troopas und Koopa Paratroopas (Koopas mit Flügeln). Analog dazu wurden in Super Mario Bros. 3 geflügelte Goombas, also Para-Goombas, eingeführt. Darüber hinaus gibt es Micro-Goombas, kleine Goombas, welche Mario beim Springen behindern. Es tauchen auch Kinder von Gegnern auf, wie Baby-Blooper oder, wie schon genannt, Micro-Goombas. Dies und der Fakt, dass Bowser in diesem Spiel sieben Kinder hat, könnte einem Journalisten zufolge darin begründet sein, dass Shigeru Miyamoto zu dieser Zeit Kinder bekommen hat.

    In Super Mario Bros. 3 gibt es einerseits die aus Super Mario Bros. bekannten Items Super-Pilz, Feuer-Blume, Stern, den grünen Pilz (1-Up) und Münze. Sammelt der Spieler einen Super-Pilz ein, so wird die Spielfigur zum größeren Super-Mario und wenn sie einen Gegner berührt, wird sie zum normalen Mario. Der Stern macht die Spielfigur kurz unverwundbar, ein grüner Pilz verleiht einen zusätzlichen Versuch und jeweils hundert Münzen ergeben ein 1-Up. Daneben gibt es in Super Mario Bros. 3 sogenannte Anzüge. Besitzt die Spielfigur die Anzüge oder die Feuerblume, hat sie spezielle Kräfte und wenn sie von einem Gegner berührt wird, verwandelt sie sich zunächst wieder zu Super-Mario. Einer von ihnen ist der Froschanzug, der Mario in einen Frosch verwandelt und ihn so besser schwimmen lässt. Auch gibt es das Superblatt, das ihn in Waschbär-Mario verwandelt, sodass er mit seinem Schwanz Blöcke und Gegner zerschlagen und kurzzeitig fliegen kann. Ein weiteres Item ist der Tanuki- oder Waschbäranzug, der sehr selten ist. Er bietet einerseits die Möglichkeiten des Superblatts. Mario kann sich in diesem Zustand andererseits auch in eine Steinstatue (Kshitigarbha) verwandeln und ist so für Gegner unbesiegbar. Dieses Item knüpft an den japanischen Tanooki-Mythos an, das Wort Tanooki steht dort für einen Marderhund. Das Tier tritt in vielen japanischen Fabeln auf, weshalb Tanooki-Statuen in Japan populär sind (siehe dazu Marderhund#Kulturelle Rolle in Japan). Ein weiterer Anzug ist der Hammer-Anzug, durch den Mario Hämmer auf Gegner werfen kann. Somit hat er die Möglichkeiten wie der Gegner Hammer-Bruder.

    Weitere neue Items sind magische Flügel (P-Wings), die Mario einen ganzen Level über fliegen lassen, sowie eine Musik-Box. Diese lässt die Gegner auf der Weltkarte für drei Runden einschlafen, sodass sie Mario nichts antun können. Während die Musik-Box aktiv ist, spielt eine langsamere Version der Super-Mario-Hauptmelodie. Darüber hinaus gibt es den Hammer, mit dem im Weg stehende Felsen auf der Karte zerstört werden können und so neue Wege frei machen, und die Wolke, mit der je ein Level gänzlich übersprungen werden kann. Des Weiteren gibt es einen Anker, der das Luftschiff auf der Karte festhält und eine Flöte, die Mario zu einem speziellen Kartenabschnitt befördert, auf dem andere Spielwelten ausgewählt werden können.

    Items, die der Spieler in Minispielen oder in besonderen Levels erhält, werden separat gespeichert, sodass jedes so gewonnene Item zu einem beliebigen Moment eingesetzt werden kann.

    Weltkarte

    Auf der Weltkarte wird der zu spielende Level ausgewählt. Es wird eine Karte eingeblendet, auf der ein Weg zu erkennen ist, den mehrere Felder kreuzen. Jedes Feld repräsentiert einen Level. Um einen Level zu wählen, wird die Spielfigur über die Weltkarte bewegt. Jede der acht Welten hat eine eigene Weltkarte, wobei in späteren Welten die Wege komplexer werden. Im unteren Teil des Bildschirmes sind allgemeine Informationen wie Punktzahl, aktuelle Welt oder gesammelte Münzen angezeigt. Auf der Weltkarte gibt es ferner spezielle Felder, durch die Minispiele oder Ähnliches erreicht werden kann.

    Der Anfang des Weges auf der Weltkarte wird durch das Start Panel, ein mit Start beschriftetes Feld, visualisiert. Felder, durch die Level erreicht werden können, werden als Action Scene Panel bezeichnet und tragen in sich die Zahl des jeweiligen Levels. Wird ein Level erfolgreich abgeschlossen, so ändert sich das Feld in ein Clear Panel, ein weißes Feld mit einem M, das nicht erneut betreten werden kann.

    Auf jeder Weltkarte findet man eines bis mehrere Toad Häuser, ein Feld, das wie ein Pilz aussieht. In diesem Level wählt die Spielfigur eine von drei Schatzkisten aus, von der jede ein anderes Item enthält. Einige Wege auf der Karte sind versperrt. Im Weg stehen können zerbrechbare Felsen oder aber verschlossene Türen, durch die man nur gelangt, wenn eine Mini-Festung absolviert wird. Weiter tauchen auf der Weltkarte Hammer-Brüder auf. Landet die Spielfigur auf einem Hammer-Bruder-Feld, startet ein Level, in dem es einen Hammerbruder zu besiegen gilt.

    Gegen Mitte der Welt ist die Mini-Festung zu bewältigen. Am Ende eines Mini-Festungs-Levels muss ein Gegner namens Boom Boom besiegt werden. Das letzte Feld auf einer Weltkarte ist schließlich die Festung. Dort lebt der jeweilige König der Welt, der verwandelt wurde. Um den Zauberstab zurückzuerlangen, muss Mario einen Luftschiff-Level bewältigen. Am Ende dieses Levels, der unabhängig von der Spielerposition konstant weiterscrollt (Autoscroll-Level), befindet sich der Endgegner einer Welt, einer von Bowsers Kindern, der besiegt werden muss, um zur nächsten Welt fortzufahren.

    Daneben gibt es das Spade Panel, das zu einem Minispiel führt. Dieses Minispiel ähnelt einer Slotmaschine. Die jeweiligen Rollen müssen so gestoppt werden, dass entweder ein korrektes Bild eines Pilzes, einer Blume oder eines Sterns entsteht. Es können mehrere 1-Ups gewonnen werden. Außerdem taucht manchmal das N-Mark Spade Panel auf der Weltkarte auf. Dieses Minispiel gleicht einem Memoryspiel. Wählt der Spieler zwei Karten, die das gleiche Item anzeigen, so erhält er dieses. Scheitert er dabei zwei Mal, ist das Minispiel erfolglos beendet. Eine fehlerhafte Programmierung ergibt nur 8 verschiedene Kartenmischungen, sodass mit Kenntnis dessen immer alle Karten aufgedeckt werden können.

    Zweispielermodus

    Super Mario Bros. 3 kann allein oder zu zweit gespielt werden. Dabei können sich die Spieler unterstützen, indem sie Level abwechselnd absolvieren, aber auch gegeneinander spielen. Außerdem gibt es den Battle-Modus, in dem beide Spieler gleichzeitig gegeneinander in Mario Bros. antreten. Dazu muss eine der beiden Figuren auf der Weltkarte ein vom anderen Spieler absolviertes Feld betreten. Dieses Minispiel ist eine Umsetzung des Arcade-Spiels Mario Bros. Hier gewinnt man, indem man vor dem Mitstreiter fünf Gegner besiegt oder wenn der Mitstreiter besiegt wird. Dabei können sich die Gegner auch gegenseitig ihre Karten stehlen.

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